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Die Chronik von Rheinkassel

Autor: Marlis Beenen-Fuchs
Co-Autor: Marco Blömer


Rheinkassel (rincasele, Rinkassel), der Ortsname läßt vermuten, dass die Römer vor etwa 2000 Jahren hier an der Alten Römerstrasse [früher "Weisse Strasse" (mit hellen Steinen gepflastert) oder "Steinstrasse" (mit Steinen gepflastert)] zwischen Köln und Neuss ein kleines befestigtes Lager hatten, ein Kastell. Daraus ist dann später der Name Rheinkassel entstanden (Rhein-Kastell, lateinisch: castellum). Den Freiraum zwischen Spekulationen gibt der Fund zweier römischer Sarkophagen neben der Kirche St. Amandus.
Zum ersten Mal wird Rheinkassel in der Chronik von Merheim, heute Weidenpesch, erwähnt. Als hohe Gönnerin erweist sich Pelektrudis, die Gemahlin Rippins, die um das Jahr 670 St. Gereon zu Köln beträchtliche Güter schenkte, u.a. solche in Rheinkassel.
Rheinkassel hat bis heute seinen dörflichen Charakter behalten. Überragt wird der Ort durch die wohl schönste Kölner Dorfkirche, die direkt am Rheindamm gelegene Kirche St. Amandus. Dieses Gotteshaus ist eine Gründung des flandrischen Klosters Elno, dem Karl der Einfältige im Jahre 899 Besitzungen hier bestätigte. 1156 wird Rheinkassel mit seiner Kirche in Zusammenhang mit einem Vergleich zwischen dem Kölner Stift St. Gereon und dem Prämonstratenserstift zu Knechtsteden genannt. Für das Jahr 1185 ist die Grundherrschaft des Gereonstiftes über "rincasele" eindeutig gesichert. Dem großartigen Vorbild der Kirche St. Gereon mit ihren beiden Chorflankentürmen und dem Dekagon folgen auch die staufischen Umbauten und Erweiterungen bei St. Amandus. Die Kirche wurde vor allem von den Rheinschiffern früher "Dotemanns-Kirche" genannt. Eine Sandbank im Rhein war der Dotemannsorth. Einer Sage zufolge war eine Leiche an dem Kirchhügel angeschwemmt worden, welche sehr viel Geld und ein Testament bei sich trug, wovon das Gotteshaus auf seinem Grab erbaut worden sei (Dotemann = Tote-Mann). Äußeres Zeichen dieser Sage ist der links neben dem Hauptportal eingelassene Totenschädel.
Die Bebauung in Rheinkassel, die wesentlich aus ein- bis zweigeschossigen Wohnhäusern sowie wenigen kleineren Höfen bestand, konzentriert sich entlang der Amandusstraße, der Hauptader dieses Strassendorfes. Gegenüber von St. Amandus, welche 1977-81 von der Denkmalpflege mustergültig restauriert wurde, entstand Anfang der 80er Jahre eine Reihenhaussiedlung, sowie ein Pfarrzentrum nach Entwürfen von Prof. Gottfried Böhm, die beiden den Maßstab der alten Kirche respektieren. Der Bogen, welcher das Pfarrheim und die Siedlung verbindet, hat den südlich gelegenden Kasselberger Weg vom Ortskern getrennt, welches zur Folge hat, dass seitdem keine Umzüge mehr über den Kasselberger Weg geleitet werden, aber auf der anderen Seite erfreut es die Anwohner, dass der Kasselberger Weg nun nicht mehr als Schleichweg von der Amandusstraße zur Alte Römerstraße mißbraucht wird. Die Umzüge gehen jetzt über den Feldkasseler Weg.

Zu den bis zum Jahre 1982 stehenden Baudenkmälern gehören:

Die allgemeine Chronik von Rheinkassel:

670 Zum ersten Mal wird Rheinkassel in der Chronik von Merheim, heute Weidenpesch, erwähnt. Als hohe Gönnerin erweist sich Pelektrudis, die Gemahlin Rippins, die um das Jahr 670 St. Gereon zu Köln beträchtliche Güter schenkte, u. a. solche in Rheinkassel.
vor 900 Vor ca. 1100 Jahren muss unter und um die Kirche ein Friedhof gewesen sein. Bei der Renovierung unserer Kirche fand man unter dem südlichen Pfeiler des Mittelschiffes einen Totenschädel, beim Bau des Sakristeikellers fand man gut erhaltene römische Steinsärge die darauf schließen lassen, dass der Friedhof vor dem Jahr 900 hier angelegt wurde.
1156 Kollegiatsstift St. Gereon in Köln ist Grundherr von Rheinkassel ("rincasle").
1300-1350 Vermutlich aus dieser Zeit stammte die 1980 restaurierte Madonna. Sie ist im Besitz der Familie Knott und steht heute rechts neben dem Altar unserer Kirche.
1400 Bis ins 15. Jahrhundert hinein hieß die Alte Römerstrasse "Weiße Strasse". In der Chronik der Familie Fuchs wird sie zweimal mit "Steinstrasse" bezeichnet.
1468 Zum erstenmal wurde die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Rheinkassel-Langel-Kasselberg in einer Chronik der Pfarre Reusrath erwähnt.
1500 Um 1500 stammt eine Gruft, die 1978 bei den Renovierungsarbeiten unter dem Chorraum mit zwei Toten gefunden wurde.
1507 Aus diesem Jahr stammt die älteste Glocke von St. Amandus.
1605 Die zweite Glocke stammt aus diesem Jahr.
1628 Ein Kupferstich des Böhmen Wenzel Hollar (1607-1677) um 1628 (mit Blick auf das rechte Rheinufer von Wiesdorf bis Rheindorf und das linke Rheinufer auf die "Dotemanns-Kirche") ist ein Andenken an diese Zeit. Dieser Kupferstich diente als Grundlage für ein Ölgemälde, welches bis 1998 in der damals noch direkt am Rhein existierenden Ruderclub-Gaststätte in Leverkusen-Wiesdorf hing.
1662 Die Überlieferung der Pestkapelle reicht bis in das Jahr 1662 zurück. Der Erbauer dieser Barockkapelle ist Hermann Schülgen, der von Köln nach Rheinkassel zog. Aus Furcht vor der Pest ließ er, zu Ehren der hl. Jungfrau und Martyrin Agatha, die Pestkapelle, Standort der heutigen Barbara-Kapelle, bauen. Die Pestkapelle konnte als Muster einer Feldkapelle bezeichnet werde. Ganz schlicht und einfach, weiß getüncht und mit dunklem Schieferdach passte sie vortrefflich in eine niederrheinische Landschaft. Interessant war die Vorhalle, welche die ganze Vorderseite einnahm und auf zwei kräftigen Mauerpfeilern ruhte. Gegen Unwetter geschützt, konnten die Vorbeiziehenden hier ihre Andacht verrichten, indem sie vor den beiden vergitterten niedrigen Fenstern, die sich links und rechts von der Eingangstür befanden, auf schmalen Bänkchen knieten. In der Kapelle stand ein mittelalterliches Flügelaltärchen. Es stellte Szenen aus der Passion des Herrn dar: Den Zug nach dem Kalvarienberg, die Kreuztragung und Christus am Kreuz. Die vielen Figürchen waren aus Holz geschnitzt. Die Kapelle gehörte zum Hof Linden, früher Riphan.
Bei der Überlieferung der Pestkapelle wird die "Weissen-Strasse" erwähnt, heute unter dem Namen "Alte Römerstrasse" bekannt.
Im "umbruch", der Pfarrzeitschrift des Pfarrverbandes, erschien in der Osterausgabe 2012 ein Artikel über die Barbarakapelle.
1684 Hochwasser
1685 Es wurde eine dritte Glocke angeschafft, welche St.Amandus gewidmet ist.
1757 Auf der Amandusstrasse Nr.39 wurde das Küsterhaus gebaut. Hier wurde später im dazugehörigen Brunnen ein Kreuz gefunden, welches, geschützt vor äußeren Einflüssen, im gläsernen Vorraum des Seiteneingags unserer Kirche - auf einem Sockel von Friedrich Beenen - seinen neuen Platz gefunden hat.
1783/1784 Hochwasser
1785 Hochwasser
1789 In diesem Jahr wurde eine Pfarrchronik geschrieben.
1797 Das Pfarrhaus mitsamt der Chronik und vielem anderen wurde durch französische Revolutionstruppen eingeäschert.
1849 Der Friedhof wird an seiner heutigen Stelle eröffnet.
1857 Baubeginn der Schule
1869 Wegen Verwüstung von Randalierern musste die Pestkapelle abgerissen werden.
1873 An der gleichen Stelle wo 4 Jahre zuvor die Pestkapelle stand wurde die heutige prosaische Barbara-Kapelle errichtet. In ihr fand das kunstvolle Altärchen anfangs wieder seine Aufstellung, wurde aber dann leider nach einigen Jahren zu Geld gemacht. Der Linden-Hof schenkte die Kapelle nach dem 2. Weltkrieg der Pfarrei.
1882 Zwischen Rheinkassel und Langel durchbrach das Rheinhochwasser den Damm. Die Stelle wird heute noch die "große Kuhl" genannt oder man spricht von "Kuhledier", welchem man dort begegnen würde. An dieser Stelle stand später das sogenannte "Kleinkreuz", welches bei der Erhöhung des Dammes unter einem Rundbogen links neben der Kirche seinen Platz fand. Heute steht das Hochwasserkreuz rechts neben Kirche St. Amandus.
28./29.11.1882 Hochwasser
Januar 1883 Hochwasser
26.8.1888 Erste Heilige Messe von Pater Jacob Fuchs (*13.07.1862, +31.01.1938) in der Pfarrkirche St. Amandus.
1.9.1888 Von den Bürgern der Rheindörfer wird der Entschluß gefasst, wieder eine Schützengesellschaft ins Leben zu rufen.
1900 Aus diesem Jahr stammen drei sogenannte Versäumnislisten, in denen die Schülerinnen und Schüler von Lehrer Hermann Meerkamp eingetragen wurden, die den Unterricht verpasst hatten.
1908 In Rheinkassel wurde der Fahrradclub mit dem Namen "Pfeil" gegründet. Ihr Motto auf ihrer Fahne lautet:
"In Tat und Wort, ALLHEIL, treu unserem Sport".
1910 Beim Bau des Sakristeikellers fand man gut erhaltene römische Steinsärge die darauf schließen lassen, dass der Friedhof um die Kirche vor 900 hier angelegt wurde.
1914-1918 1.Weltkrieg; Zum Gedenken ein Gefallenen-Altar und eine Gedenktafel. Die Gedenktafel hängt heute in der Barbara-Kapelle.
17.1.1920 Hochwasser
1920 Gründung der Katholischen Frauengemeinschaft, Rheinkassel
1920 Pastor Franzen - ein wahrer Fußballfan - ließ auf dem Gelände des heutigen Schützenplatzes einen Fußballplatz herrichten und löste damit den Fußballplatz mitten in Rheinkassel, auf der Höhe des Rheinkasseler Weges, ab. Das makabere an diesem Vorgängerplatz war ein mitten auf dem Platz postierter Telegraphenmast.
Der Fußballverein nannte sich "Unitas Rheinkassel" und wurde Mitglied in der DJK ( Deutsche Jugendkraft), ein kirchlicher Verband.
1.4.1922 Im Zuge der 8. Stadterweiterung von Köln wird die Bürgermeisterei Worringen, zu der auch Rheinkassel, Langel und Kasselberg gehörte, in die Stadt Köln eingemeidet.
Der dazugehörende Vereinigungs-Vertrag wurde am 4. Februar 1921 geschlossen.
1924 Baubeginn einer Eisenbahnbrücke über den Rhein. Diese Brücke war in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts als Teil einer Schnellbahnstrecke von Köln über Düsseldorf nach Dortmund geplant. Die Arbeiten wurden begonnen, wie man an einem Pfeilerrest am Kuhlenweg sehen kann. Im Rheinvorland gibt es noch Reste von Spundwänden, die zum Bau des Strompfeilers bereits gerammt waren. Zwischen dem "Pfeiler" und dem Rheinufer waren bereits Lehrgerüste für gemauerte Bögen im Bau. Die Brücke sollte aus Stahl sein, ähnlich der Hohenzollernbrücke. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gab es erste Pläne für ein Schnellbahnnetz im Rhein-Ruhr-Gebiet. Eine Untersuchung für eine elektrische Schnellbahn Düsseldorf - Köln wurde im Jahr 1905 von den Elektrizitätsgesellschaften AEG und SSW vorgelegt. Im Jahr 1909 wurden von kommunaler Seite Planungen für die Städtebahnen Düsseldorf - Köln sowie Düsseldorf - Essen - Bochum - Dortmund erarbeitet. Diese Pläne konnten aber aufgrund des Widerstands der Staatsbahn und dem Ausbruch des ersten Weltkrieges nicht verwirklicht werden. Erst im Jahr 1921 wurden die Pläne wieder aufgegriffen und im Jahr 1924 erhielt die "Studiengesellschaft für die Rheinisch-Westfälische Schnellbahn" eine Konzession zum Bau der Bahn. Die Realisierung des Vorhabens scheiterte jedoch an Einsprüchen der Bergbaubetriebe im Ruhrgebiet sowie der Deutschen Reichsbahn. Die Pläne sahen einen Taktverkehr mit elektrischen Fahrzeugen auf eigenen Gleistrassen zwischen den Städten Köln, Düsseldorf, Duisburg und Dortmund vor. In den Innenstadtbereichen sollten die Strecken unterirdisch und in den Außenbezirken teilweise als Hochbahn verlaufen. Die Rheinisch-Westfälische Schnellbahn gilt damit als ein Vorläufer der heutigen Stadtbahn Rhein-Ruhr sowie der aktuellen Planung für einen Rhein-Ruhr-Express (ehemals Metrorapid).
1.1.1926 Hochwasser
1926 Frau Magretha Wilms (+16.07.1987), langjährige Küsterin, überreichte Herrn Pastor Schäfer einen Stapel Kirchenzeitungen aus dem Jahre 1926, in denen die 1945 verbrannte Pfarrchronik von Pater Damasus Fuchs (+1938) abgedruckt ist. Sie wurde für Ihre Verdienste von Herrn Pastor Schäfer mit der Patenschaft einer Glocke geehrt.
1931 Die Planungen zur Eisenbahnbrücke werden wieder aufgenommen und ein Modell der Brücke wird vorgestellt.
16.12.1934 Die St.Hubertus-Schützenbruderschaft wird auf Initiative des damaligen Pfarrers Franzen wieder neugegründet.
1939-1945 Der 2.Weltkrieg hatte u.a. das Verbot der St.Hubertus-Schützenbruderschaft durch die nationalsozialistischen Machthaber zur Folge.
28.12.1944 Das Haus der Familie Förster (Amandusstr. 14) wurde bei einem Luftangriff vollständig zerstört, dabei kamen Fritz Förster mit seiner Frau Elisabeth, ihre Schwester Cellia Odendahl und das zur Miete wohnende Ehepaar Schmitz, Helena ("Lena") und Franz (gebürtiger Fühlinger), mit Tochter Gertrud aus Nippes ums Leben. Nur der Hund, ein Spitz, überlebte.
Ironie des Schicksals: Dieses Ehepaar zog hierher auf´s Land, um sich vor den intensiven Bombenangriffen in der Stadt in Sicherheit zu bringen.
1959 wurde an gleicher Stelle von der Nichte Fritz Försters, Margarete Schmidt, ein neues Haus errichtet.
März 1945 Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Rheinorte zum Kriegsgebiet. Die Einnahme durch amerikanische Truppen erfolgte am 5. März 1945. Das Pfarrhaus wurde durch Artillerietreffer der deutschen Front vom gegenüberliegenden Rheinufer zerstört. Damit gingen, wie schon im Jahr 1797, wertvolle Aufzeichnungen der Gemeinde verloren.
Kurz zuvor wurde die gesamte Bevölkerung der Rheindörfer evakuiert. Alle Einwohner mussten am Ostermontag bis 16 Uhr die Rheinorte verlassen, sie durften erst am Mittwoch, 18.04.1945, wieder zurückkehren. Unter der Bevölkerung herrschte tiefe Enttäuschung als sie die Beschädigung in und an den Häusern sahen. Das Pfarrhaus war ausgebrannt, die Kirch- und Sakristeitüren und der Tabernakel aufgebrochen. Es sind dort unter anderem 1 goldene Monstranz (Wert 6000 Reichs-Mark) und 1 vergoldeter Kelch abhanden gekommen.
1.2.1948 Wilhelm Beenen ruft die überlebenden Mitglieder der Schützenbruderschaft zusammen, um die alte Bruderschaft wieder aufleben zu lassen
11.+12.7.1948 Das erste Schützenfest nach dem Krieg findet statt.
1950 In diesem Jahr entsprach der Fußballverein "DJK Unitas Rheinkassel" nicht mehr den Statuten des Deutschen Fußball Bundes.
21.4.1951 Neugründung des heutigen Fußballvereines Spielvereinigung Rheinkassel-Langel eV. 1920/51, mit den Vereinsfarben Blau-Weiß, durch die Herren Ernst Wunneberg, Josef Winter, Albert Follert, Josef Kulartz, Everhard Schorn und Adam Hochgesand.
28.4.1951 Die Geb. Schorn stellten dem vor 7 Tagen gegründeten Fußballverein den (heute ehemaligen) Fußballplatz an der Alten Römerstraße in Rheinkassel zur Verfügung.
1964 Im alten Jugendheim der Pfarrei wird ein 10 Meter Kleinkalieber-Schießstand gebaut.
12.12.1965 Zu den drei Glocken der Pfarrkirche St. Amandus werden an diesem Tag drei weitere Glocken durch Hochwürden Herrn Prälat Dr. Jakob Schlafke geweiht: AMANDUS-GLOCKE von 1965, HUBERTUS-GLOCKE von 1965 und MARIA-GLOCKE von 1965. Sie ergeben ein ergänzendes Geläut zur ältesten Glocke von 1507.
September 1966 Der von Rheinkassel nach Langel (Mohlenweg 20) verlegte Fußballplatz wurde von Pastor Johannes Pastor Schäfer feierlich eingeweiht. Seit 1992 hat die Spielvereinigung ein eigenes Fußballheim.
1968 Gründung des Karnevalvereins "KG Schloppkrade".
13. - 16. Juli 1968 Die Schützenbruderschaft feiert ihr 500jähriges Bestehen mit einem großen Fest.
1969 Bekanntwerden der Flächennutzungsplanänderung 218 für den Kölner Norden. Darin ist vorgesehen auf dem Gebiet der Rheinorte im Kölner Norden ein großes Industriegebiet zu errichten.
1970 Restaurierung der Kirche von außen
2.9.1971 Protestmarsch und Demonstration der Bürger des Kölner Nordens vor dem Rathaus gegen die Flächennutzungsplanänderung 218.
1972 Die Dorfgemeinschaft Langel-Rheinkassel-Kasselberg ist nun ein eingetragener Verein, welcher vor allem die Kirmes und den Karneval ausrichtet.
1972 Ein Neuanfang des Kirchenchores Cäcilia, ins Leben gerufen durch Herrn Pastor Meixner und dem damaligen Organisten und sowie Chorleiter Herrn Greger.
30.3.1973 Jahreshauptversammlung des Bürgervereines Merkenich mit der Bekanntgabe:
Die Rheinorte bleiben!
18.+19.8.1973 Der Pfarrgemeinderat veranstaltet erstmalig ein Pfarrfest. Der Erlös wird zur Finanzierung der neuen Orgel verwendet.
1974 Gründung des Ambulanten Krankenpflegevereins.
7.11.1974 Es findet der erste Seniorennachmittag für Einwohner ab 60 Jahren statt.
1975 Rheinkassel, Langel und Kasselberg wurden bei der Kommunalen Gebietsreform Bestandteil des Stadtbezirks Chorweiler.
1975 Beginn der Restaurierung der Kirche von innen.
2.12.1975 Das alte Pfarrheim, samt dem mit viel Fleiß auf der Kegelbahn errichteten 10 Meter Schießstandes, wurde aus Platzmangel wegen Renovierung der Kirche abgerissen.
4.4.1976 Grundsteinlegung des neuen, heutigen Pfarrheimes, welches gebaut werden durfte, da ein Ausweichraum für den Zeitraum der Kirchenrenovierung geschaffen werden mußte. Genehmigt wurde dies vom Erzb. Generalvikariat.
16.1.1977 Einweihung des heutigen Pfarrheimes mit feierlicher Segnung.
22.1.1977 Kirchliche Weihe des Pfarrheimes, das als Notkirche während der Restaurierung von St. Amandus diente.
26.2.1977 An diesem Samstag wird in der sogenannten Notkirche die erste Messe (Vorabendmesse) gehalten.
24.4.1977 Der Schießstand auf der Kegelbahn im Keller des Pfarrheimes erhielt seine kirchliche Weihe.
1978 Baubeginn der 52 Einfamilien-Reihenhäuser (genannt "Siedlung") mitten in Rheinkassel. Die Siedlung war 1980 das Motto eines Karnevalswagens.
Im Zuge dieses Projektes wurde zwischen der Siedlung und dem Friedhof ein Spielplatz errichtet.
31.1.1978 Während der Renovierungsarbeiten wurde im ersten Joch des Chorraumes eine Gruft (ca. 2,50 x 2,50 Meter) entdeckt, die vermutlich um 1500 entstand. Aus diesem Grund hat man sich aus statischen Gründen entschlossen den Hauptaltar zu verschieben. Unter dem Fußboden des Chorraumes, so wissen wir jetzt, haben 2 Tote ihre Ruhestätte.
13.1.1978 Im Pfarrheim findet erstmalig ein Jugendtreff statt.
1.9.1978 Für Kinder aus Rheinkassel-Langel-Kasselberg werden Kindergartenplätze in der St.Brictius-Pfarre, Merkenich angeboten.
2.4.1979 Große Diskussion zum Thema: "Unsere Kirche soll verputzt werden."
1980 Die Kirche in ihrem neuen Gewand.
Januar 1980 Nach Vorschlag der Frauengemeinschaft zogen nach langer Zeit wieder Sternsinger durch unseren Pfarrbezirk.
August 1980 Eine Mädchen- und zwei Jungengruppen bildeten die Pfadfinder, welche zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg, Stamm Gilwell Köln-Worringen gehören.
14.12.1980 Übergabe der renovierten Kirche durch H. H. Weihbischof Dr. H. Frotz. Damit ist die St.Amandus Kirche wieder unsere Gottesdienststätte. Gleichzeitig wurde der neue Hochaltar ebenfalls durch H. H. Weihbischof Dr. H. Frotz eingeweiht.
1981 Der Fronleichnam-Altar wird von Scheer (Amandusstraße 51) nach Beenen (Amandusstraße 41) verlegt.
31.03.1981 Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich an der Kreuzung Alte Römerstraße/Feldkasseler Weg, bei dem fünf Kinder schwer verletzt wurden und ein Kind ums Leben kam.
20.12.1981 Einweihung unser neuen Orgel.
1982 Den Pfadfindern wurden einige Räume im Pfarrheim zu Verfügung gestellt.
1982 Die "Rheinkasseler - Ratsbläser" wurden von Friedrich Beenen gegründet. Eine Kapelle der besonderern Art: Sie spielten (nie) live.
In den zum Teil selbst gebauten Musikinstrumenten waren Lautsprecher intregiert, die über Funkwellen von einem Sender, der sich meistens beim Kapellmeister Beenen befand, angesteuert wurden. Am Sender selbst befand sich ein Tonband, auf dem sich die Musik befand, die scheinbar von der Kapelle gespielt wurde. Die einzigen "richtig" schallenden Instrumente waren zwei Trommeln, u.a. die "Dicke Trumm" - ein Vermächtnis vom "Schlösser's Hein" (+16.04.2001) - und Zinndeckel.
Aus funktechnischen Gründen, (kein Platz mehr im Frequenzbereich) kam 15 Jahre später das Aus. Sie spielten oft in hiesigen Karnevalszügen, bei besonderen privaten oder allgemeinen Ortsveranstaltungen, sowie auch im Kölner Karneval.
März 1982 Amtseinführung des neuen Pastors Wilhelm Höhner.
13.12.1982 Die Frauengemeinschaft führte erstmals eine Frühschicht-Messe am frühen Morgen mit anschließendem Frühstück durch.
1983 Im Zuge der Sanierung der Barbara-Kapelle bekam diese auch einen "neuen" alten Altar von St.Lambertus aus Düsseldorf-Kalkum. Dieser Altar wurde gewählt, da dieser und unsere Kapelle ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sind. Über diesem Altar steht eine mächtige Herz-Jesu-Figur, die - wie die Pieta rechts neben der Tür - aus unserer Pfarrkirche stammt.
1983 Die Frauengemeinschaft hat die Mutter-Kind Gruppe ins Leben gerufen.
1.10.1983 Erntedankfest und Kirmes werden unter dem Motto "Rheinorte stellen sich vor" veranstaltet. Gezeigt wurden Fotografien und Zeitungsausschnitte aus Omas und Opas Zeiten.
1985 Der Barbara-Kapelle wurden vier alte englische Fenster mit figürlichen Darstellungen eingebaut. Auf drei der Fenster sind die Propheten Isaias, Ezechiel und Daniel zu sehen, das 4. Fenster stellt den Evangelisten Lukas dar.
1985 Das Wegekreuz an der Kreuzung Feldkasseler Weg / Alte Römerstrasse wurde von der Stadt Köln restauriert. Die ursprüngliche Inschrift wurde leicht verändert wieder hergestellt. Dieses Kreuz diente als Fronleichnamaltar.
1.4.1985 Der Skat-Club "Reizende Rheinkasseler" wird gegründet.
7.9.1985 Einweihung der Barbara-Kapelle. In dieser Kapelle haben nun links neben der Tür die beiden Gedenktafeln der beiden Weltkriege ihren neuen Platz gefunden.
Die Tafel des 1. Weltkrieges enthält 26 Namen, die des 2. Weltkrieges 59 Namen gefallener Soldaten aus Rheinkassel, Langel und Kasselberg.
Rechts neben der Tür steht der Gefallenen-Altar, an der Wand rechts erinnert eine zierliche Barbara-Figur an den Namen der Kapelle.
24.12.1986 Für die Kleinkinder wurde erstmalig eine Krippenfeier von Frau Frede und Frau Landwehr veranstaltet.
1987 Unsere Kirche erhielt neue Chorfenster. Die Entwürfe kamen von Dieter Hartmann, Köln, den Bau führte die Glaswerkstatt Dr.Oidtmann, Linnich durch.
1990 Einstellung der Pfarrbücherei. Sie wurde geleitet von Frau Marlis Lichte, Frau Käthe Longerich und Frau Ursula Helten.
1993 Hochwasser
1994 40 jähriges Bestehen der Deutschen Pfadfinderschaft St.Georg, Stamm Gilwell, zu welchem unsere Pfadis gehören.
1995 Hochwasser
1996 Umbau der "Alten Römerstraße" zwecks "Verkehrsberuhigung".
1996 Rheinkassel bekommt einen Kreisverkehr.
1997 Die im Jahre 1982 entstandenen "Rheinkasseler Ratsbläser" mussten aufgeben, da der Frequenzbereich zu eng wurde und somit eine störungsfreie Übertragung an die in den Instrumenten integrierten Lautsprecher nicht mehr möglich war.
September 1997 An einem Montag wird das alte Wartehäuschen der KVB an der Kreuzung Alte Römerstrasse/Feldkasseler Weg abgerissen und erst viel später durch ein neues ersetzt.
Dezember 1997 Umsetzung des alten Wegekreuzes an der Kreuzung Alte Römerstrasse/Feldkasseler Weg um wenige Meter zurück.
2000 Neue Einfassung um das Wegekreuz an seiner neuen Position.
2001 Hochwasser
28. April 2001 Erstmalig richtet die St. Hubertus Schützenbruderschaft auf dem Festplatz zwischen Rheinkassel und Langel den Bezirkstag und damit das Schießen des Bezirkskönigs aus.
2003 Hochwasser
11. April 2003 Der aus den frühen achtziger Jahren stammende Schulcontainer neben dem Hauptgebäude der Grundschule wird abgerissen.
5. Mai 2003 Bei einem Arbeitsunfall kommt ein polnischer Feldarbeiter ums Leben.
August/September 2003 An der Stelle des abgerissenen Schulcontainers wird ein zweistöckiges Schulgebäude neu errichtet.
25. Dezember 2003 Am Rheinufer zwischen Rheinkassel und Kasselberg läuft ein Frachtschiff auf Grund.
21. Januar 2004 Das neue Schulgebäude wird feierlich eingeweiht.
14. März 2004 Stephan Weißkopf wird als neuer Pastor von u.a. St. Amandus feierlich eingeführt.
28. März 2004 Auf dem Kirchplatz vor St. Amandus wird die Figur des St. Gereon von Pastor Höhner an dessen offiziellen letzten "Arbeitstag" feierlich enthüllt.
31. März 2004 Im Zuge der Rationalisierung bei der Telekom wird das alte Telefonhäuschen neben der Schule in Rheinkassel durch ein freistehendes Telefon ersetzt..
23. August 2004 In Rheinkassel findet zum ersten Mal eine Blutspende statt.
(Und am 14. März 2007 auf Grund geringer Spenderzahl zum vorerst letzten Mal)
26. November 2004 Nach einem Wohnungsbrand an der Alten Römerstraße wird eine Mutter mit drei kleinen Kindern in letzter Sekunde gerettet. Die Familie verliert dadurch ihr gesamtes Hab und Gut. Eine überwältigende Welle der Hilfsbereitschaft durch die Bevölkerung lindert die erste Not.
23. März 2005 Im Vorfeld des Weltjugendtages 2005 in Köln macht das Weltjugendtagskreuz Pilgerstation in Rheinkassel.
28. Mai 2005 Der Freiwilligen Feuerwehr Rheinkassel/Langel wird offiziell ihr neues Feuerwehrauto übergeben, das im Anschluß von Pastor Weißkopf gesegnet wird.
1. April 2006 Die Rheindörfer nehmen zum ersten Mal an der Aktion "Kölle putzmunter" teil und tragen erhebliche Müllmengen zusammen.
(Wiederholt am 5. Mai 2007)
18. August 2007 Auf dem Schützenplatz landen zwei Heißluftballone.
8. April 2008 Der russische Raumgleiter BURAN passiert bei seinem Transport rheinaufwärts in das Technikmuseum Speyer die Rheindörfer.
2. Juni 2008 Die SPVG Rheinkassel-Langel gewinnt ein Spiel mit 54:1 und sorgt für weltweites Aufsehen.
27. September 2008 In einer Großübung der Freiwilligen Feuerwehr zusammen mit der Berufsfeuerwehr Köln wird eine Brandbekämpfung der Kirche St. Amandus simuliert.
5. Februar 2009 Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner besucht im Rahmen seiner Visitation des Dekanates Worringen auch die Pfarrkirche St. Amandus und feiert mit den Frauen der kfd einen Gottesdienst.
11. April 2009 Der Zirkus Monti gibt ein Gastspiel auf dem Schützenplatz zwischen Rheinkassel und Langel.
1. Januar 2010 St. Amandus gehört ab diesem Tag dem fusionierten Pfarrverband Am Worringer Bruch an.


Quellenangaben:

Geschriebenes / mündliche Überlieferung:
Auweiler, Hans
Beenen, Elisabeth und Friedrich
Beenen-Fuchs, Maria Elisabeth
Blatt, Aenne
Dümbgen, Peter
Familien-Chronik der Familie Fuchs
Festschrift der Spielvereinigung Rheinkassel-Langel e.V.1920/51
Festschriften der St.Hubertus Schützenbruderschaft Köln Rheinkassel-Langel-Kasselberg e.V. von 1468
Kölner Denkmäler, Verzeichnis 1982
Koppe, Margret und Achim
Nolte, Kurt
Odendahl, Reiner
Pfarrbriefe der Gemeinde St.Amandus
Rheinische Kunststätten, Heft 292
Felten, Kornelia

Bildmaterial:
Auweiler, Hans
Bachem, Annegret
Balsfort, Heinz Günter
Beenen, Elisabeth und Friedrich
Beenen-Fuchs, Maria Elisabeth
Blömer, Marco
Cicalese, Rosario
Dick, Heinz
Felten, Willi
Frittgen, Elisabeth
Giesen, Harry
Hau, Willi
Helbig, Wolfgang
Jauch, Frank
Jünger Wolfgang
Köpp, Wilfried
Koppe, Margret und Achim
Kündgen, Franz
Lemmens, Heinz sen.
Lemmens, Heinz
Longerich, Paul
Meurer, Ernst
Nolte, Kurt
Odendahl, Reiner
Odenthal, Heinz
Reinert, Hans
Scheer, Gerd
Schlimgen, Fritz
Schmidt, Margarete
Spalluto, Antonio
Spielvereinigung Rheinkassel-Langel e.V. 1920/51
Thomas, Heinz
Weber, Matthias
Winter, Hans Peter
Wunderlich, Bodo