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Kölner Express vom 1. April 1981, Autor: Herwig

Blutbad an Bushaltestelle

Mädchen starb - 4 Verletzte

Warten auf den Schulbus. Fünf Kinder, alle in einer Klasse, alle zehn Jahre alt, lachen, flachsen, kichern. Doch abrupt verstummen die Kinderstimmen. Die fünf starren wie gebannt auf den schweren Volvo, der auf sie zurast, im nächsten Moment ihre kleinen Körper erfaßt und durch die Luft wirbelt. Für Gabi Nörthemann kommt jede Hilfe zu spät. Die Jungen werden schwer verletzt.

Sie waren Freunde, hatten zusammen im Sandkasten gerauft, waren zusammen in die Merkenicher Grundschule gekommen. Zusammen gingen die vier Jungen auch vom Schulgottesdienst in Rheinkassel zur Bushaltestelle, um zum Unterricht zu fahren. Bei ihnen: die Klassenkameradin Gabi Nörthemann.
Es war vier Minuten nach neun, bald sollte die nächste Stunde beginnen. Doch der Bus ist noch nicht da.
Was dann passiert, schildert die Polizei so: Der Volvo-Fahrer Manfred W. stößt nur wenige Meter neben der Bushaltestelle mit einem Opel Kadett zusammen. Die Hausfrau Rita Z. (35) ist aus einer Nebenstraße auf die Alte Römerstraße gebogen. Der Volvo kommt von der Fahrbahn ab und schleudert in die Kindergruppe.
Erst nach 150 Metern kommt die schwere Limousine zum Stehen. Eine Anwohnerin leistet den wimmernden Kindern Erste Hilfe. Doch als der Notarzt kommt ist die hübsche, dunkelhaarige Gabi Nörthemann bereits gestorben. Die vier Jungen werden in den umliegenden Krankenhäusern operiert. Bis in den späten Abend schwebten sie noch in Lebensgefahr.
Anwohner gestern verbittert: "Hier sind schon viele Kinder überfahren worden. Aber man tut nichts."

Artikel des Kölner BILD
Artikel der Neuen Revue