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BILD-Köln vom 1. April 1981

An Bushaltestelle: Auto schleudert in zwanzig Kinder - Mädchen tot

Eltern wollten Fahrer lynchen

Die 20 Kinder kamen aus dem Gottesdienst, standen kichernd und schwatzend in einer Haltebucht, warteten auf den Schulbus, der sie zur Grundschule Köln-Merkenich bringen sollte.
Es ist 9.04 gestern morgen. Vermutlich mit hoher Geschwindigkeit rast ein orangefarbener Volvo auf eine Kreuzung zu. Am Steuer der Meister (40) eines Klärwerks. Eine Frau will mit ihrem beigen Kadett auf die Hauptstraße einbiegen, Opel und Volvo treffen sich seitlich mit den Kühlern.
Der Volvo schliddert schräg in die Kinder, wirbelt sie durch die Luft, Schultaschen und Bücher fliegen. Gabi (10) ist sofort tot, ihre Klassenkameraden Wolfgang, Theo Christian und Thorsten liegen am Boden, lebensgefährlich verletzt.
Über Funk ruft die Polizei: "Schnell, Notärzte. Die Kinder sterben uns unter den Händen weg." Der Todesfahrer steht erst nach 150 Metern. Er hat abgefahrene Vorderreifen. Eltern der Kinder wollen den Fahrer lynchen. Der Vater von Gabi bricht an der Leiche seiner Tochter zusammen.
In der Alten Römerstraße ist schon einmal ein Kind tödlich verunglückt: Vor einem Jahr war ein siebenjähriger Junge auf dem Nachhauseweg vom Kommunionsunterricht überfahren worden. "Hier wird viel zu schnell gefahren", protestierte schon oft der Bürgerverein. Er fordert verschärfte Radarkontrollen für die Zufahrt zum Ford-Werk. "Aber die Polizei hat sich bisher immer damit rausgeredet, daß sie zu wenig Beamte hat."


Artikel des Kölner Express
Artikel der Neuen Revue